Für eine würdevolle Begleitung am Lebensende
ASB unterstützt und berät Angehörige in Letzte-Hilfe-Kursen
In unserer Gesellschaft wird das Thema Tod oft ausgeklammert, doch die Letzte-Hilfe-Kurse bieten einen sicheren Raum, um darüber zu sprechen. Das Sterben und der Tod sind aus unserem Alltag verschwunden, an den Rand gedrängt. Die meisten Menschen haben Angst vor dem Sterben, vor der Endgültigkeit des Todes. Die Kurse können die Angst vor dem Sterben nicht nehmen, aber sie können Menschen Mut machen, beim Sterben dabei zu sein und zu bleiben.![]()
„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen den innigen Wunsch haben, zu Hause zu sterben, und dass ihre Angehörigen dies auch gern ermöglichen wollen“, sagt Sabine Hallier-Bahnsen, die als Qualitätsbeauftragte für die ASB-Sozialeinrichtungen in Hamburg arbeitet und dort Initiatorin der Letzte-Hilfe-Kurse ist. Der Tod eines geliebten Menschen kann viele Fragen und Ängste aufwerfen. „Wenn in der Sterbephase Symptome wie Unruhe, Bewusstseinseintrübungen oder rasselnde Atmung auftreten, sind die Angehörigen oft hilflos und haben Angst“, berichtet sie. An dieser Stelle setzen die Letzte-Hilfe-Kurse an, die der ASB anbietet.
Der Ursprung der Letzte-Hilfe-Kurse
Sabine Hallier-Bahnsen erinnert sich daran, wie sie erstmals von dem Konzept hörte: „Im Oktober 2015 habe ich von den Letzte-Hilfe-Kursen erfahren und war sofort begeistert.“ Das Konzept stammt von dem Palliativmediziner Dr. Georg Bollig, der die Kurse im Rahmen seiner Masterarbeit in Palliative Care entwickelte und ein Mitgründer der „Letzte Hilfe Deutschland“ ist – eine Organisation, die Wissen über die Sterbebegleitung zurück in den Alltag bringen möchte. Das Projekt wurde mittlerweile mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.
Was lernen die Teilnehmenden in den Kursen?
In den Letzte-Hilfe-Kursen lernen die Teilnehmenden, Sterbende würdevoll zu begleiten und das Sterben als Teil des Lebens zu verstehen. Sie erhalten praktische Anleitungen zur Linderung von Leiden und erfahren, wie ein einfühlsamer Abschied gestaltet werden kann. Themen wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht werden ebenfalls besprochen, damit Angehörige in dieser Phase Sicherheit und Klarheit gewinnen. Der Kurs vermittelt grundlegendes Wissen und einfache Handgriffe, die in schwierigen Momenten unterstützen. Ziel ist es, pflegende Angehörige zu stärken und Mitmenschlichkeit am Lebensende zu fördern. ![]()
Wer nimmt an den Kursen teil?
„Die Teilnehmenden kommen in der Regel aus einem persönlichen Anlass zu den Kursen“, berichtet Sabine Hallier-Bahnsen. Viele bereiten sich auf die Begleitung eines sterbenden Angehörigen vor oder haben diese Situation bereits erlebt. „Die Reaktionen in den Kursen sind oft sehr emotional. Die Teilnehmenden sind meist dankbar, dass es einen Raum gibt, in dem sie ihre persönlichen Fragen zum Sterben stellen können.“ In kleinen Gruppen wird offen über das Sterben und die damit verbundenen Ängste gesprochen.
Warum der ASB Hamburg die Kurse anbietet
Für den ASB ist es wichtig, nicht nur medizinische Unterstützung anzubieten, sondern auch auf weitere menschliche Bedürfnisse am Lebensende einzugehen. „Unsere Haltung ist klar: Wir stehen zu der Verantwortung, Menschen am Lebensende fachlich versiert und menschlich kompetent zu versorgen und zu begleiten“, betont sie. Der ASB Hamburg wird, wie viele andere ASB-Gliederungen bundesweit, auch in Zukunft die Letzte-Hilfe-Kurse weiterentwickeln und damit Unterstützung für Menschen bieten, die Sterbende auf ihrem letzten Weg begleiten möchten.
Text: Dennis Hodel