30 Jahre Samaritan International
Beim Samariterforum 2024 stand das Thema Solidarität im Fokus
An seinem Gründungsort Köln feierte Samaritan International (SAM.I.) im Rahmen des 11. Samariterforums in diesem Sommer sein 30-jähriges Bestehen. Seit dem Jahr 1994 ist das Netzwerk stetig gewachsen und zählt heute 21 Mitglieder aus 19 europäischen Ländern.
„Samaritan International ist ein Leuchtturm europäischer Zusammenarbeit – weil es in Europa die Förderung zivilgesellschaftlicher Strukturen, die Anerkennung und Sicherung freiwilligen Engagements sowie die Kooperation im Bevölkerungsschutz maßgeblich vorantreibt. Sozialer Zusammenhalt ist das Rückgrat der europäischen Einigung. Zu dieser Zusammengehörigkeit leistet SAM.I. einen wichtigen Beitrag und steht für ein anpackendes, solidarisches und befreundetes Europa“, sagte Knut Fleckenstein, Präsident von Samaritan International und ASB-Bundesvorsitzender, anlässlich des 30-jährigen Bestehens von SAM.I.
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- SAMI
Rückblick: Am 11. August 1994 schlossen sich vier Organisationen aus Mitteleuropa zusammen: der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. (ASB), der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs (ASBÖ), die Danish People’s Aid (DPA) und die Fédération des Secouristes Français Croix Blanche (CB). Mit einer gemeinsamen Vision begannen sie eine Reise, die Samaritan International werden sollte. Wie die EU wuchs auch Samaritan International stetig und vertritt insgesamt drei Millionen Einzelmitglieder. „Im Gegensatz zur EU dauert der Beitritt zu SAM.I. nicht Jahrzehnte, und wir sind stolz darauf, Mitgliedsorganisationen auf dem Westbalkan, in der Ukraine und in Georgien dabei zu haben“, sagte Knut Fleckenstein.
In den letzten drei Jahrzehnten ist SAM.I. sowohl in der Mitgliederzahl als auch in seinen Tätigkeitsbereichen gewachsen. Zahlreiche EU-kofinanzierte Projekte konnten abgeschlossen und 2022 konnte ein erstes eigenfinanziertes Projekt umgesetzt werden: die Renovierung des Luftschutzbunkers eines Kinderkrankenhauses in Kyiv. SAM.I. setzt sich ein für ein Europa, das sich auf der Grundlage gemeinsamer Werte und Ideen den politischen, sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit stellt. Die Aktivitäten der Mitgliedsorganisationen sind so vielfältig wie die Mitglieder selbst und reichen von den Sozialen Diensten über Erste-Hilfe-Ausbildungen, Medizinische Transportdienste, Rettungsdienste, Zivil- und Katastrophenschutz bis zur humanitären Hilfe.
Länderübergreifende Zusammenarbeit 
Jede Mitgliedsorganisation bringt ihre Expertise in das Netzwerk ein, und jede:r wird gleichermaßen geschätzt. „Nur durch die Bündelung unserer Stimmen sind wir stark genug, auf europäischer Ebene gehört zu werden. In Zeiten, in denen Budgetkürzungen den sozialen Sektor bedrohen, der zivilgesellschaftliche Raum schrumpft und populistische rechtsextreme Bewegungen erstarken, ist es wichtiger denn je, sich zu vereinen und für eine soziale europäische Zukunft einzutreten“, betonte Fleckenstein und ergänzte: „Wenn wir heute auf unsere Reise zurückblicken, erinnern wir uns an die Kraft der Zusammenarbeit und des gemeinsamen Handelns. Dazu gehören das Engagement unserer Freiwilligen und Mitarbeiter:innen, die länderübergreifende Zusammenarbeit und die Fürsorge füreinander, die uns vorangebracht haben.“
Soziale Resilienz hat Priorität
Beim 11. Internationalen Samariterforum am 23. und 24. Mai 2024 kamen Samariter:innen und Gäste aus 14 europäischen Ländern zusammen. Neben den Themen Soziale Dienste und Sozialpolitik waren internationale Zusammenarbeit und Solidarität Schlüsselelemente aller Beiträge. In seiner Eröffnungsrede betonte SAM.I.-Generalsekretär Ivo Bonamico: „Soziale Resilienz ist eine Priorität für Samaritan International. Für uns schließt diese Resilienz engagierte Bürger:innen und qualifizierte Freiwillige sowie die Förderung sozialer und demokratischer Kompetenzen mit ein, die Umsetzung der europäischen Säule sozialer Rechte sowie den Zivilschutz und die Zivilverteidigung, die beide in der Zivilgesellschaft verankert sind.“
Katarina Barley hob als ASB-Präsidentin und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments die sozialen Ambitionen und Errungenschaften der EU hervor und zeigte auf, wo Anstrengungen verstärkt werden müssen. Maryna Khonda, Vizebürgermeisterin von Kyiv, hatte es sich trotz verstärkter Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt nicht nehmen lassen, am Samariterforum teilzunehmen. In ihrem eindringlichen Bericht schilderte sie die Lage in Kyiv und bedankte sich für den unermüdlichen Einsatz sowie die starke Solidarität zwischen den Ukrainer:innen und der internationalen Gemeinschaft. Auch Andris Berzins, Vizepräsident von Samaritan International und Direktor der lettischen Samariter:innen, lobte diese Solidarität des Netzwerks. Diese zeige sich nicht nur bei dem gemeinsamen Hilfsprojekt zugunsten eines Kinderkrankenhauses in Kyiv, sondern auch bei der vielfältigen Unterstützung der ukrainischen Bevölkerung. Knut Fleckenstein fasste zusammen: „Während wir nach vorne blicken, werden wir weiterhin für ein sozial widerstandsfähiges Europa eintreten, das auf einer lebendigen Zivilgesellschaft mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern basiert.“
Text: Alexandra Valentino